Ein verschollenes Objektiv wiedergefunden und gleich mal ausprobiert

0
(0)

Last Updated on 21. September 2021 by Der Löwe

Dieses Objektiv war bei mir verschollen, ich hatte es immer wieder gesucht aber nie gefunden. Dann heute beim Aufräumen, schau an, stand es vor mir. Erst einmal kräftig entstaub und dann an die Sony A7 gebracht.

Diese Kombination hatte mich dann heute durch den Tag begleitet. Das Objektiv stammt ursprünglich aus einem russischen Nachtsichtgerät Namens T3c-2. Das Objektiv hat schon einige spezielle Eigenschaften, mehr dazu bei den einzelnen Bilder. Insgesamt sind es deren 13 Stück, das kann nur Glück bringen

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42

Bild #1 – Am späten Nachmittag im Schönbuch. Die jungen Birken sind ein Ergebnis des Orkan Lothar, der auch im Schönbuch sehr heftig gewütet hat und riesige Flächen Wald niedergeweht hat. Die Natur wurde hier sich selber überlassen.

Hier sieht man “die” dominierende Eigenschaft dieses Objektivs, ein relativ kleiner Schärfebereich in der Mitte mit sehr starkem Schärfeabfall zu den Rändern hin.

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42

Bild #2 – Das Freistellungspotential ist schon enorm, aber auch kein Wunder bei einer leichten Telebrennweite von 100mm und einer lichtstarken Offenblende

Eine weitere Besonderheit dieses Objektivs ist, dass es keine Blende besitzt.

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42

Bild #3 – Erstaunlicherweise gab es trotz Trockenheit Pilze zu bewundern. Dieses Bild habe ich ein wenig beschnitten.

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42

Bild #4 – Parasolpilze habe ich auch angetroffen. Das Bild ist ebenfalls leicht beschnitten

Hier sieht man, dass die Schärfentiefe relativ schmal ist.

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42

Bild #5 – Ein junger Parasolpilz

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42

Bild #6 – Gleich neben dem jungen Parasolpilz gab es dieses etwas krumme Exemplar. Man hat den Eindruck, dass der Ring am Stiel gleich von alleine herunterrutscht. Dieses Bild ist ebenfalls leicht beschnitten

Die Naheinstellungsgrenze liegt so bei ca. 1,5 m. Man kann natürlich auch einen Zwischenring verwenden und hat dann ein Makro

Ein verschollenes Objektiv wiedergefunden und gleich mal ausprobiert

Bild #7 – Am Mittag beim Bäcker ist diese Bild entstanden. Diese Scheunentüre wird so langsam meine Referenzscheunentüre

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42

Bild #8 – Es ist schon nach 12 Uhr, ups und nichts war passiert

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42

Bild #9 – Eingefrorene Wasserfontäne. Das Bild ist stärker beschnitten, der Rand unten ist nicht beschnitten.

Hier sieht man die starke Bildfeldfeldwölbung, die mir erst später aufgefallen ist. Oben, eigentlich in der Mitte des unbeschnittenen Bildes wird scharf abgebildet, dann werden die Tropfen unscharf und dann am unteren Rand wieder scharf. Die Wasserfontäne habe ich leicht schräg aufgenommen. Im Bild #10 sieht man diesen Effekt noch besser.

Bild #10 – Das Bild ist während einer Meetingspause im Homeoffice entstanden und zeigt Nachbars Apfelbaum. In den Ecken sieht man eine Abschattung (Vignettierung)

Aber nun möchte ich Euch die Bildfeldwölbung vorstellen.

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42

Bild #10b – Hier lag der eigentliche Schärfepunkt

Die Schärfe fallt relativ schnell zu den Seiten ab, aber was ist das?

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42

Bild #10c – Dieser Tuja steht ca. 10m vor dem Apfelbaum und sollte ganz unscharf sein, aber das ist hier nicht der Fall, der Tuja wird wieder scharf. !!?? Sehr ungewöhnlich und so noch nie von mir bei einem Objektiv beobachtet worden.

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42

Bild #10d – Das gleiche beobachten wir auch an dem Krischbaum am ganz linken Rand, dort sind die Blätter und der Ast scharf abgebildet.

Ich vermute, dass dieses Objektiv nicht für das Kleinbildformat gerechnet wurde sondern für das Halbformat oder gar noch weniger. Dieses Objektiv scheint auch nicht speziell aufs infrarote Lichtspektrum optiemiert worden zu sein, wie bei meinem anderen Nachtsichtobjektiv.

Mich hat nun die Neugierde gepackt und ich habe vor dieses Objektiv auch an anderen Sensorformaten auszuprobieren. Denn es ist wieder so ein “komisches” Objektiv genau nach meinem Geschmack

Kamera: Sony A7
Objektiv: #070 Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42-Anschluss

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

18 Antworten

  1. Very autumny photos you have taken.

  2. Rosi sagt:

    mir gefallen deine Bilder
    besonders die Pilze und die Wassertropfen

    liebe Grüße
    Rosi

  3. Claudia sagt:

    Hallo Bernhard, interessante Effekte hat dein “Altglas” Beim Betrachten ist es auch faszinierend wie die ungewohnte Verteilung der Schärfe irritiert und man das Bild genauer ansieht, um herauszufinden, woran das nun genau liegt. Das Tor gefällt mir am besten, aber auch die Birken und die Pilze sind sehr schön geworden.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Bernhard sagt:

      Liebe Claudia,

      dann ist es ja das ideale Objektiv für den zweiten Blick

      Wünsche Dir noch einen schönen Donnerstag

      LG Bernhard

  4. Lieber Bernhard,
    ich kenne das auch, dass ich manche Dinge immer wieder suche, sogar ihretwegen aufräume, aber sie bleiben veschwunden – und eines Tages, Tadaaa!, tauchen sie aus der Versenkung plötzlich wieder auf. Ich sage dann, sie waren in dem sagenumwobenen Land, in das sich Gegenstände manchmal zurückziehen – und dann kehren sie aus dem Urlaub wieder zurück…
    Ein Objektiv, das ursprünglich aus einem russischen Nachtsichtgerät stammt, das ist wirklich etwas sehr Spezielles – aber es verlockt dich offenbar zu einigen Experimenten, die ich sehr spannend finde. Mein Favorit sind die Wassertropfen!
    Herzliche Rostrosengrüße zur Wochenteilung,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2020/09/summertime-2020-teil-3-juli.html

    • Bernhard sagt:

      Hallo Traude,

      herzlich willkommen hier auf meinem Fotoblog. Wie Du richtig erkannt hast, bin ich ein Altglasexperimentator Alles was Licht bircht, kommt vor den Sensor

      Wünsche Dir noch einen schönen Abend

      LG Bernhard

  5. Elke sagt:

    Bernhard liebt ‘komische’ Objektive. Das habe ich jetzt verstanden
    Hallo Bernhard,
    ich finde einige dieser Bilder sehr gelungen. Bei den ersten fand ich das Bokeh aber doch sehr unruhig, Freistellungspotenzial hin oder her. Aber die Pilzfotos sind super! Gleich das erste mit den kleinen Pilzen ist mein absoluter Favorit.
    Das Tor gefällt mir auch gut. Hast du eine Idee, was es mit den eigenartigen “Runen” auf sich hat?
    Herzliche Grüße – Elke

    • Bernhard sagt:

      Liebe Elke,

      jetzt hat es bei Dir klick gemacht, bezüglich meines Spleens

      Da ich hier versuche die Eigenschaften der alten Objektive darzustellen, werden immer wieder solche Bokeh oder andere nicht so ansprechende Bilder dabei sein. Aber wenigstens einige Bilder haben Dir gefallen.

      Was es mit den Runen auf sich hat, habe ich mich auch schon gefragt. Vielleicht gibt es hier unter den LEsern einen Runologe, der das entziffern kann.

      LG Bernhard

  6. Jutta sagt:

    Lieber Bernhard,

    ich sag immer, nur nicht suchen. Alles kommt alleine wieder zum Vorschein.

    Alle Bilder haben was. Mir gefallen die Pilzbilder aber ganz besonders und Motiv her, das mit dem kleinen Pilz am allerbesten.
    Die Wassertropfen sind aber der absolute Hammer! Ich denke für solche kleinen Objekte ist das ein super Objektiv. Da lässt sich bestimmt noch einiges machen.

    Liebe Grüße
    Jutta

    • Bernhard sagt:

      Liebe Jutter,

      oder: Das Haus verliert nichts

      Ja, das Bild mit dem jungen Parasolpilz gefällt mir auch ganz gut. Durch die die Lichtstärke ist eine kurze Belichtungszeit möglich, so werden die Wassertropen eingefroren.

      Lg Bernhard

  7. Michael aus Ottibotti sagt:

    Macht einen guten Eindruck. Bei dem Tor schon fast Tilt-Shiftartig.
    LG aus dem verkleinerten Westfalen
    Michael

    • Bernhard sagt:

      Lieber Michael,

      dieser Tilt-Shift Eindruck seint auch dem Fotografierwinkel geschuldet zu sein

      LG Bernhard aus dem tiltigen Neckartal

  8. Tiger sagt:

    Lieber Bernhard,
    mir gefallen alle Bilder auf ihre Art, und von den Motiven her ist für jeden etwas dabei. 🙂 Besonders zu erwähnen sind natürlich die Lepiotas und die Saprophyontengruppe auf dem Ast.😉😁

    Die eingefroren Wassertropfen sind allerdings spektakulär!!!😍 Sie sehen aus als würde jemand mit Diamanten jonglieren. Großes Kino!

    Liebgrüße,
    Tiger
    🐯

  9. Hanne sagt:

    Nur gut, dass du das verschollene Objektiv wieder gefunden hast.
    Bei mir waren plötzlich, wodurch auch immer, einige Blogbegleiter wie auch du verschollen, die ich nun auch versuche wieder zu finden. 🙂
    Liebe Grüße von Hanne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Hiermit stimme ich den Datenschutzbestimmungen dieser Seite zu. IP Adressen werden im Kommentarbereich automtisch gelöscht.

%d Bloggern gefällt das: