Ein verschollenes Objektiv wiedergefunden und gleich mal ausprobiert

Dieses Objek­tiv war bei mir ver­schollen, ich hat­te es immer wieder gesucht aber nie gefun­den. Dann heute beim Aufräu­men, schau an, stand es vor mir. Erst ein­mal kräftig entstaub und dann an die Sony A7 gebracht.

Diese Kom­bi­na­tion hat­te mich dann heute durch den Tag begleit­et. Das Objek­tiv stammt ursprünglich aus einem rus­sis­chen Nacht­sicht­gerät Namens T3c‑2. Das Objek­tiv hat schon einige spezielle Eigen­schaften, mehr dazu bei den einzel­nen Bilder. Ins­ge­samt sind es deren 13 Stück, das kann nur Glück brin­gen 🙂

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42
Bild #1 — Am späten Nach­mit­tag im Schön­buch. Die jun­gen Birken sind ein Ergeb­nis des Orkan Lothar, der auch im Schön­buch sehr heftig gewütet hat und riesige Flächen Wald niedergewe­ht hat. Die Natur wurde hier sich sel­ber über­lassen.

Hier sieht man “die” dominierende Eigen­schaft dieses Objek­tivs, ein rel­a­tiv klein­er Schär­febere­ich in der Mitte mit sehr starkem Schär­fe­ab­fall zu den Rän­dern hin.

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42
Bild #2 — Das Freis­tel­lungspo­ten­tial ist schon enorm, aber auch kein Wun­der bei ein­er leicht­en Tele­bren­nweite von 100mm und ein­er licht­starken Offen­blende

Eine weit­ere Beson­der­heit dieses Objek­tivs ist, dass es keine Blende besitzt.

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42
Bild #3 — Erstaunlicher­weise gab es trotz Trock­en­heit Pilze zu bewun­dern. Dieses Bild habe ich ein wenig beschnit­ten.
Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42
Bild #4 — Para­solpilze habe ich auch angetrof­fen. Das Bild ist eben­falls leicht beschnit­ten

Hier sieht man, dass die Schär­fen­tiefe rel­a­tiv schmal ist.

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42
Bild #5 — Ein junger Para­solpilz
Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42
Bild #6 — Gle­ich neben dem jun­gen Para­solpilz gab es dieses etwas krumme Exem­plar. Man hat den Ein­druck, dass der Ring am Stiel gle­ich von alleine herun­ter­rutscht. Dieses Bild ist eben­falls leicht beschnit­ten

Die Nahe­in­stel­lungs­gren­ze liegt so bei ca. 1,5 m. Man kann natür­lich auch einen Zwis­chen­ring ver­wen­den und hat dann ein Makro 🙂

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42
Bild #7 — Am Mit­tag beim Bäck­er ist diese Bild ent­standen. Diese Sche­unen­türe wird so langsam ein weit­eres Ref­erenz­mo­tiv.
Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42
Bild #8 — Es ist schon nach 12 Uhr, ups und nichts war passiert 🙂
Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42
Bild #9 — Einge­frorene Wasser­fontäne. Das Bild ist stärk­er beschnit­ten, der Rand unten ist nicht beschnit­ten.

Hier sieht man die starke Bild­feld­feld­wöl­bung, die mir erst später aufge­fall­en ist. Oben, eigentlich in der Mitte des unbeschnit­te­nen Bildes wird scharf abge­bildet, dann wer­den die Tropfen unscharf und dann am unteren Rand wieder scharf. Die Wasser­fontäne habe ich leicht schräg aufgenom­men. Im Bild #10 sieht man diesen Effekt noch bess­er.

Bild #10 — Das Bild ist während ein­er Meet­ingspause im Home­of­fice ent­standen und zeigt Nach­bars Apfel­baum. In den Eck­en sieht man eine Abschat­tung (Vignettierung)

Aber nun möchte ich Euch die Bild­feld­wöl­bung vorstellen.

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42
Bild #10b — Hier lag der eigentliche Schär­fepunkt

Die Schärfe fallt rel­a­tiv schnell zu den Seit­en ab, aber was ist das?

Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42
Bild #10c — Dieser Tuja ste­ht ca. 10m vor dem Apfel­baum und sollte ganz unscharf sein, aber das ist hier nicht der Fall, der Tuja wird wieder scharf. !!?? Sehr ungewöhn­lich und so noch nie von mir bei einem Objek­tiv beobachtet wor­den.
Zenit Helios-3 T3c-2 F2.0 100mm M42
Bild #10d — Das gle­iche beobacht­en wir auch an dem Krischbaum am ganz linken Rand, dort sind die Blät­ter und der Ast scharf abge­bildet.

Ich ver­mute, dass dieses Objek­tiv nicht für das Klein­bild­for­mat gerech­net wurde son­dern für das Halb­for­mat oder gar noch weniger. Dieses Objek­tiv scheint auch nicht speziell aufs infrarote Licht­spek­trum optiemiert wor­den zu sein, wie bei meinem anderen Nacht­sich­to­b­jek­tiv.

Mich hat nun die Neugierde gepackt und ich habe vor dieses Objek­tiv auch an anderen Sen­sor­for­mat­en auszupro­bieren. Denn es ist wieder so ein “komis­ches” Objek­tiv genau nach meinem Geschmack 🙂

Kam­era: Sony A7
Objek­tiv: #070 Zen­it Helios‑3 T3c‑2 F2.0 100mm M42-Anschluss

Aufrufe: 455

18 Anmerkungen zu “Ein verschollenes Objektiv wiedergefunden und gleich mal ausprobiert”

  1. Hal­lo Bern­hard, inter­es­sante Effek­te hat dein “Alt­glas” 🙂 Beim Betra­cht­en ist es auch faszinierend wie die unge­wohnte Verteilung der Schärfe irri­tiert und man das Bild genauer ansieht, um her­auszufind­en, woran das nun genau liegt. Das Tor gefällt mir am besten, aber auch die Birken und die Pilze sind sehr schön gewor­den.
    Viele Grüße
    Clau­dia

    1. Liebe Clau­dia,

      dann ist es ja das ide­ale Objek­tiv für den zweit­en Blick 🙂

      Wün­sche Dir noch einen schö­nen Don­ner­stag

      LG Bern­hard

  2. Lieber Bern­hard,
    ich kenne das auch, dass ich manche Dinge immer wieder suche, sog­ar ihretwe­gen aufräume, aber sie bleiben veschwun­den — und eines Tages, Tadaaa!, tauchen sie aus der Versenkung plöt­zlich wieder auf. Ich sage dann, sie waren in dem sagenum­wobe­nen Land, in das sich Gegen­stände manch­mal zurückziehen — und dann kehren sie aus dem Urlaub wieder zurück… 😉
    Ein Objek­tiv, das ursprünglich aus einem rus­sis­chen Nacht­sicht­gerät stammt, das ist wirk­lich etwas sehr Spezielles — aber es ver­lockt dich offen­bar zu eini­gen Exper­i­menten, die ich sehr span­nend finde. Mein Favorit sind die Wassertropfen!
    Her­zliche Ros­trosen­grüße zur Wochen­teilung,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2020/09/summertime-2020-teil-3-juli.html

    1. Hal­lo Traude,

      her­zlich willkom­men hier auf meinem Foto­blog. Wie Du richtig erkan­nt hast, bin ich ein Alt­gla­sex­per­i­men­ta­tor 🙂 Alles was Licht bircht, kommt vor den Sen­sor 😀

      Wün­sche Dir noch einen schö­nen Abend

      LG Bern­hard

  3. Bern­hard liebt ‘komis­che’ Objek­tive. Das habe ich jet­zt ver­standen 😉
    Hal­lo Bern­hard,
    ich finde einige dieser Bilder sehr gelun­gen. Bei den ersten fand ich das Bokeh aber doch sehr unruhig, Freis­tel­lungspoten­zial hin oder her. Aber die Pilz­fo­tos sind super! Gle­ich das erste mit den kleinen Pilzen ist mein absoluter Favorit.
    Das Tor gefällt mir auch gut. Hast du eine Idee, was es mit den eige­nar­ti­gen “Runen” auf sich hat?
    Her­zliche Grüße — Elke

    1. Liebe Elke,

      jet­zt hat es bei Dir klick gemacht, bezüglich meines Spleens 🙂

      Da ich hier ver­suche die Eigen­schaften der alten Objek­tive darzustellen, wer­den immer wieder solche Bokeh oder andere nicht so ansprechende Bilder dabei sein. Aber wenig­stens einige Bilder haben Dir gefall­en.

      Was es mit den Runen auf sich hat, habe ich mich auch schon gefragt. Vielle­icht gibt es hier unter den LEsern einen Runologe, der das entz­if­fern kann.

      LG Bern­hard

  4. Lieber Bern­hard,

    ich sag immer, nur nicht suchen. Alles kommt alleine wieder zum Vorschein. 🙂

    Alle Bilder haben was. Mir gefall­en die Pilz­bilder aber ganz beson­ders und Motiv her, das mit dem kleinen Pilz am allerbesten.
    Die Wassertropfen sind aber der absolute Ham­mer! Ich denke für solche kleinen Objek­te ist das ein super Objek­tiv. Da lässt sich bes­timmt noch einiges machen.

    Liebe Grüße
    Jut­ta

    1. Liebe Jut­ter,

      oder: Das Haus ver­liert nichts 🙂

      Ja, das Bild mit dem jun­gen Para­solpilz gefällt mir auch ganz gut. Durch die die Licht­stärke ist eine kurze Belich­tungszeit möglich, so wer­den die Wassertropen einge­froren.

      Lg Bern­hard

  5. Macht einen guten Ein­druck. Bei dem Tor schon fast Tilt-Shif­tar­tig.
    LG aus dem verklein­erten West­falen
    Michael

    1. Lieber Michael,

      dieser Tilt-Shift Ein­druck seint auch dem Fotografier­winkel geschuldet zu sein

      LG Bern­hard aus dem tilti­gen Neckar­tal

  6. Lieber Bern­hard,
    mir gefall­en alle Bilder auf ihre Art, und von den Motiv­en her ist für jeden etwas dabei. 🙂 Beson­ders zu erwäh­nen sind natür­lich die Lep­i­o­tas und die Sapro­phy­on­tengruppe auf dem Ast.😉😁

    Die einge­froren Wassertropfen sind allerd­ings spek­takulär!!!😍 Sie sehen aus als würde jemand mit Dia­man­ten jonglieren. Großes Kino!

    Lieb­grüße,
    Tiger
    🐯

  7. Nur gut, dass du das ver­schol­lene Objek­tiv wieder gefun­den hast.
    Bei mir waren plöt­zlich, wodurch auch immer, einige Blog­be­gleit­er wie auch du ver­schollen, die ich nun auch ver­suche wieder zu find­en. 🙂
    Liebe Grüße von Hanne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Hiermit stimme ich den Datenschutzbestimmungen dieser Seite zu. IP Adressen werden im Kommentarbereich automtisch gelöscht.