Zum Tagesabschluss — Ob es da zu den Geheimgängen geht?

Bild #1 — Eine nicht ganz alltägliche Kellertüre
Kam­era: Sony NEX 3A
Objek­tiv: #337 ITOREX PAN-FOCUS LENS 50mm 1:40 JAPAN T2-Mount

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18 Gedanken zu „Zum Tagesabschluss — Ob es da zu den Geheimgängen geht?

  1. Lieber Bern­hard,
    ich kenn diese Kellertüren auch noch! Entwed­er ging es in den “nor­malen” Keller oder in den Kohlen-oder Kartof­felkeller :O)
    Hab noch einen schö­nen und fre­undlichen Wochenteiler!
    ♥️ Aller­lieb­ste Grüße , Clau­dia ♥️

  2. Lieber Bern­hard,

    ich kenne solche Türen auch noch. Alles, was in den Keller kam, wurde da hineinge­bracht — Kohlen, Holz und auch Kartof­feln, die man ja früher auch noch eingekellert hat.

    Liebe Grüße
    Jutta

      1. Also ich wohne in Viech­tach, Bayrisch­er Wald. da sind paar so komis­che Eingänge zu ver­bor­ge­nen Gän­gen im Stadtk­ern, nicht soo groß. Man hat viel rumge­forscht und ist zu der Über­legung gekom­men, dass das Schrazel­gänge sind. Schrazel sind sowas wie Zwerge, aber halt total Viechtacherwaldschrazel — -

        Was sagt Onkel Googel? Ich kopiere:

        Als Erd­stall (ugs. auch Schrazel­loch oder Schrazel­gang) wird ein im Mit­te­lal­ter von Men­schen­hand geschaf­fenes, nicht aus­ge­mauertes unterirdis­ches Gangsys­tem beze­ich­net. Beson­ders viele Erd­ställe gibt es im Bay­erischen Wald.
        Das Wort Erd­stall ver­weist auf eine Stelle in der Erde. Die in Bay­ern geläu­figeren Begriffe Schrazel­loch bzw. Schrazel­gang ist abgeleit­et von „Schrazeln“, zwer­ge­nar­ti­gen Schutzgeis­tern, die der Sage nach in Erdlöch­ern wohnen. Diese Zwerge sollen dem Volks­glauben nach die Erd­ställe gegraben haben.

        Man weiß, dass Erd­ställe vor min­destens 1000 Jahren in ganz Bay­ern, in Öster­re­ich, Frankre­ich und Irland ent­standen. Bode­nun­ter­suchun­gen einiger Anla­gen ergaben, dass sie im Zeitraum vom 10. bis 12. Jahrhun­dert angelegt wur­den. Eine Zeitspanne, in der nichts über eine Besiedelung der betr­e­f­fend­en Gebi­ete bekan­nt ist. Den­noch gibt es allein 700 Erd­ställe in Bay­ern, davon sehr viele nördlich der Donau zwis­chen Pas­sau und dem Bay­erischen Wald. Der Gedanke ihrer Kon­struk­tion muss in einem zusam­men­hän­gen­den Zeitraum, auch wenn er Jahrhun­derte umfasste, von Volk zu Volk weit­er­ge­tra­gen wor­den sein. Labyrinthisch durchziehen sie Kirch­berge, Fried­höfe und den Unter­grund alter Sied­lungsplätze. Die Gänge sind meist winke­lig ange­ord­net, bis zu 0,6 Meter bre­it und nur 1,0 bis 1,4 Meter hoch. Vielfach gibt es Lam­p­en­nis­chen sowie kam­mer­ar­tige Erweiterun­gen und Sitznis­chen. Eng­stellen, die nur kriechend passiert wer­den kön­nen, wer­den als „Schlupf“ bezeichnet.

        Der Zweck der Erd­ställe ist bis heute unklar. Es gibt zwei The­sen, die einan­der gegenüber­ste­hen: Ein­er­seits kön­nten sie als Fluchtwege oder Ver­steck gedi­ent haben. Dage­gen spricht aber die Tat­sache, dass rund 90 Prozent der Gänge wed­er Belüf­tungss­chächte noch Aus­gänge haben. Ander­er­seits kön­nte es sich bei den Erd­ställen um Kult­stät­ten han­deln, worauf auch die Wortbe­deu­tung hin­weisen würde. Desweit­eren liegt der Schlüs­sel zum Ver­ständ­nis der Erd­ställe in der vorchristlichen Reli­gion Europas, die im Hochmit­te­lal­ter da und dort dur­chaus noch existierte. Und in den Labyrinth­sys­te­men wurde die uralte sakrale Weisheit unser­er hei­d­nis­chen Vor­fahren bis weit in die christliche Ära hinein bewahrt.

        Meist wer­den die Gänge bei Aushubar­beit­en zufäl­lig gefun­den. Die Angst der Bauher­ren oder Grundbe­sitzer, dass ihnen bei der vorgeschriebe­nen Mel­dung der Bau eingestellt oder hin­aus­geschoben wird, ist unbe­grün­det. Wenn ein solch­es Objekt aufge­fun­den wird, kommt der Kreisheimatpfleger und fotografiert, ver­misst und nach Rück­sprache mit dem zuständi­gen Denkmalamt ist sie in kurz­er Zeit wieder freigegeben. Nur wenn es sich um ein her­aus­ra­gen­des, ein­ma­liges Boden­denkmal han­delt – wie etwa beim Röhrn­bach­er Schrazel­gang –, kön­nen weit­ere Maß­nah­men zur Sicherung von Kul­tur­denkmälern erforder­lich sein.

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