Wie geht Ihr beim Fotografieren vor?

Angeregt durch einen Kom­men­tar von Jür­gen bin ich kurz in mich gegan­gen und Ihm genat­wortet, wie ich bei einem Bild in der Regel vorgehe.

Bevor ich meine Vorge­hensweise für ein Bild dar­lege, möchte ich Euch ermuntern im Kom­men­tar oder auf Eurem Blog (dann bitte einen Link im Kom­men­tar darauf hin­ter­lassen) Eure Vorge­hensweisen bei ein­er Bilder­stel­lung zu beschreiben. 

Wir kön­nen sich­er alle voneinan­der etwas lernen.

So, nun zu mir, wie gehe ich in der Regel bei einem Bild vor:

Vorge­hensweise bei Bildern während eines Spazier­gangs:

  1. Vor dem Spazier­gang wäh­le ich mir in der Regel eine Objektiv/Kamerakombination aus, sel­ten sind es zwei oder mehr. Damit muss ich dann klar kom­men. Manch­mal ist es auch ein Griff ins OO.
  2. Während des Spazier­gangs lasse ich meinen Blick umher­schweifen, abhängig von der Bren­nweite mehr die Landschaft/Szene (Weitwinkel) oder für das Detail (Tele)
  3. In der Regel (zu 90%) fotografiere ich mit der Offen­blende des jew­eili­gen Objektivs
  4. Fällt mir etwas ins Auge, wird kurz abgeprüft, was mein Inter­esse erregt hat. Dann wird geprüft, kann ich das über­haupt abbilden. Einen Hasen in 50m Ent­fer­nung mit einem Weitwinkel zu fotografieren ist etwas sinnfrei.
  5. Kam­era wird angeschaltet
  6. Das Motiv wird fokussiert.
  7. Wenn es mir nicht passt, wird entwed­er der Stan­dort gewech­selt oder die Kam­era aus gemacht und weit­erspaziert. Getreu dem Mot­to lieber kein Bild als ein schlecht­es Bild.
  8. Wenn ich meine, es kön­nte was mit dem Motiv wer­den, wird nach der Drit­tel­regel und/oder führen­den Lin­ien geschaut, das Motive entsprechend aus­gerichtet und dann
  9. Klick.
  10. Kurze Kon­trolle, zu 95% bleibt es bei diesem einen Bild.
  11. Kam­era aus
  12. Weit­erspazieren

Für die Punk­te 4) bis 11) verge­hen in der Regel zwis­chen 15 und max­i­mal 30 Sek. denn meine mich beglei­t­ende Regierung möchte spazieren gehen und nicht fotografieren.

Im Nach­gang wer­den die Bilder noch ein­mal gesichtet, ca. 25 bis 50% wer­den danach gelöscht, den Rest bekommt Ihr dann hier zu sehen oder es wan­dert ins Archiv, weil ich keine 20 Beiträge pro Tag posten möchte. Diese dienen dann als Konservenreserve.

Vorge­hensweise im Urlaub bzw. Ausflügen:

Fast ana­log wie oben, nur dass ich dann doch mehrere Bilder mit ver­schiede­nen Blenden­stufen mache, weil ich in der Regel nicht ein zweites Mal an die selbe Loka­tion zurückkomme.

Vorge­hensweise bei Testbildern:

  1. Es wir erst ein­mal ein “unendlich” Foto gemacht. Das ist der Adapteri­tisehre geschuldet, wenn ein Objek­tiv adap­tiert wird, dann sollte es auch auf “unendlich” fokussieren kön­nen. Dann Makroad­ap­tio­nen kann jeder.
  2. Dieses Bild wird in der Regel (zu 99,9%) wieder gelöscht.
  3. Dann geht es in den Garten und die Nahe­in­stel­lungs­gren­ze wird bestimmt. 
  4. Mit Offen­blende wird das Freis­tel­lungspo­ten­tial und das Bokeh erprobt.
  5. Dann ver­suche ich es mit Gegen­lich­tauf­nah­men um das Flare und Reflex­tionsver­hal­ten zu erfahren.
  6. Im Nach­gang wir sehr viel wieder gelöscht, weil unbrauch­bare herauskommt.
  7. Es kann sein, dass ich bassierend auf den Erken­nt­nis­sen dann eine zweite Runde spendiere.
  8. Die “Best of” zeige ich dann hier.
  9. Nicht jedes Objek­tiv durch­läuft solch eine Testphase.

Oft nehme ich dann solch ein “neues” alte Objek­tiv mit auf einen Spaziergang. 

Faz­it: Ich bin mehr der exper­i­mentelle, spon­tane aus dem “Bauch” her­aus Fotograf.

So nun bin ich ges­pan­nt, wie Ihr beim Bil­der­ma­chen vorgeht.

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18 Gedanken zu „Wie geht Ihr beim Fotografieren vor?

  1. Lieber Bern­hard,
    ich bin ein totaler Augen­men­sch. Wenn ich mal nicht mit der Kam­era unter­wegs bin, “fotografiere” ich qua­si im Geiste, sobald mich eine Szener­ie anspringt — manch­mal macht es in meinem Kopf dann KLICK-KLICK-KLICK ;-)). Und fotografieren ist wiederum wie malen für mich, nur eben schneller. Deshalb habe ich so gut wie immer eine mein­er Kam­eras oder zumin­d­est mein Handy dabei, um schnell ein paar Bilder zu “malen” 😀 Das war jet­zt zwar keine so tech­nis­che oder Punkt-für-Punkt-Erk­lärung wie deine, aber so funktioniert’s bei mir 😀
    Alles Liebe und bleib gesund,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2021/04/sonnengelbe-tage-stift-gottweig-co.html

    1. Liebe Traude,

      ups, bei mir macht es noch nicht KLICK KLICK im Kopf, da würde ich mir ern­sthaft Sogen machen, wenn es bei so weit wäre 🙂

      Aber vielle­icht hast Du ja ein soge­nan­ntes fotografi­esches Gedächnis 😀

      Ich hoffe Du ver­stehst ein wenig Spaß.

      LG Bern­hard

  2. Hal­lo Bernhard,
    das ist eine dur­chaus inter­es­sante Frage. Und ich glaube, ich werde sie tat­säch­lich auch auf meinem Blog (dem elkeheinze.de-Blog) näher betra­cht­en. Meis­tens läuft es aber ähn­lich ab, wie bei dir unter 1. beschrieben. Ich setz mich gle­ich mal dran, hab ich ger­ade Lust drauf.
    Lieben Gruß — Elke

        1. Liebe Elke,

          werde gele­ich mal vor­beis­cheuen. Meinen Virus kann man nur symp­to­ma­tisch behan­deln. Bett, Ruhe, ggf. Ibu und warten .…

          LG Bern­hard

  3. Ach her­rje… Offen­bar kann man sich das Leben sog­ar beim fotografieren ziem­lich schw­er, oder auch kom­pliziert machen, lieber Bernhard!🙄
    Da meine Bilder ja “nur” aus Freude an der Natur, sowie an allem was mir gefällt und Spaß am fotografieren, alles tolle im Bild festzuhal­ten entste­hen, sind für mich auch nur solche Dinge wichtig… und am Ende zählt deshalb für mich auch nicht der Weg bzw Umstand zur Entste­hung der Fotos son­dern das Ergeb­nis, der Blick­winkel auf alles was mir vor die Linse kommt. 😉
    Mach dir nicht zu viele Gedanken, son­dern mach ein­fach Dein Ding, dann ist es bes­timmt gut!
    Liebe Grüße von Hanne und komm gut in die Woche 🌼

    1. Liebe Hanne,

      das liest sich schlim­mer als es ist. Mir ist das ganze schon in Fleisch und Blut über­gan­gen, so dass ich gar nicht größt darüber nach­denke, son­dern ein­fach fotografiere. Den Spaß habe ich immer noch dabei 😀

      LG Bern­hard

  4. Im Grunde genom­men ähn­lich, was den roten Faden des Han­delns betrifft.
    Nur die Tech­nik ist eine andere. So bevorzuge ich für das Detail ein Makro, da es dann mit dem Freis­tellen (sub­jek­tiv gese­hen) bess­er geht.
    Belich­tungsko­r­rek­tur aus dem Automatik­modus per Hand (+/- bis 1 Blendenstufe)
    Aus­sortieren zu Haus.

    Grüße und weit­er so span­nende Bilder
    Bin übri­gens seit den 80ern bei Pen­tax hängengeblieben

    1. Lieber Heiko,

      vie­len Dank. Pen­tax ist sich­er nicht die schlecht­este Wahl 🙂 Schade nur, dass sie das Seg­ment der Pen­tax Q nicht weit­er pflegen 🙁

      LG Bern­hard

  5. Lieber Bern­hard,

    da ich ja immer nur mit ein­er Kam­era, mein­er Sony Cyber­shot mit dem 50fach opt. Zoom unter­wegs bin, kann ich also an Motiv­en alles ein­fan­gen, was mir vor die Linse kommt oder was ich sehe.
    Es gibt natür­lich ganz unter­schiedliche Ver­fahrensweisen, die sich immer nach dem Motiv richt­en. Bei tierischen Objek­ten kann man logis­cher­weise nicht lange über­legen, bei anderen schaue ich schon, von welch­er Seite ich fotografiere. Ob ich eher näher her­an oder weit­er weg gehe und dann mit Zoom arbeite oder welche Per­spek­tive ich wäh­le. Ich mache auch dann schon mal mehrere Auf­nah­men und suche die beste her­aus. Ich lerne dann dabei auch immer wieder, wie ich vielle­icht das eine oder andere noch bess­er machen kann.
    Ach, übri­gens fotografiere ich auss­chließlich mit der Automatik-Einstellung.

    Liebe Grüße
    Jutta

    1. Liebe Jut­ta,

      vie­len Dank für Deine aus­führliche Rückmeldung 🙂

      Mit solch ein­er Mega­zooma­ll­weck­waffe kann man viel anfangen.

      LG Bern­hard

  6. Huch😳, schon wieder was Neues? Da kommt man ja nicht mehr mit!😖😁 Tob­st Dich aus, gell!?

    Okay, Leo, ich denk mal drüber nach.
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    vielleicht.
    🤣

    Nein, ist ja Spaß natür­lich, denn das Kapi­tel habe ich längst hin­ter mir. Es würde Büch­er füllen (und wer würde die lesen wollen? Ich schon mal nicht!😁),
    ergo, das ist nicht in paar Kom­men­tarsätzen gesagt.

    Lieb­gruß,
    Tiger
    🐯

    1. .…son­dern in einem Wort 😉:

      Inno­v­a­tiv!

      Das mußte jet­zt noch als Zusatz hier­hin, angeregt durch den Kom­mi von Hanne. Denn im Grunde meinte ich das gle­iche mit meinem Schrieb oben. Aber, da Du mich ja jet­zt schon gut kennst, wußtest Du das ja sowieso, nicht wahr!?😉👍 Also alles gut.

      Leo ist im Stress, hat viel Arbeit, ich schicke ihm liebe Tages­grüße mit dem Wun­sch, daß er sich nicht zu dolle stressen läßt!
      🐯🐾

      1. Wie kann man denn derzeit einen Virus fan­gen bei all den Maßnahmen?
        Den­noch natür­lich mies, uuuh, und Tiger wün­scht Leo aus ganzem Tiger­herzen, daß er äh es sich bessert.
        Aber flottiflotti!
        🐾🐾
        🐯

        1. Tja, wenn ich das wüsste, wenn sich die Diag­nose bestägi­gen sollte kann ich den Typen mir schon von vor über 10 Wochen einge­fan­gen haben 🙁

          Tiger muss flot­ti­flot­ti meinen Virus in die Flucht schla­gen 😀 Leo würde dann auch Kaf­fee zur Bank bringen 😀

          LG LEo

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