“Das tut man doch nicht”

Angeregt duch den Kommentar von Rata zum Beitrag #179 Mikrotar f4.5 45mm – Objektiv mit Adapter kam mir der Gedanke, warum mache ich eigentlich solche “verrückten”, “durchgeknallte” Dinge in Sachen Fotografie?

Wer kennt nicht die Worte von Erwachsenen und Eltern (bin selber zweifacher Papa):

“Das tut man doch nicht”

Übertragen auf die Fotografie würde man die Aussage ungefähr so formulieren:

  • “Das widerderspricht doch allen fotografieschen Regeln”
  • “Das ist doch totaler technischer Unsinn”
  • “Das Objektiv ist das entscheidende”
  • “Nur ein technisch perfektes Foto ist ein gutes Foto”

Bei dieser Gelegenheit, gleich noch eine Sammlung typischer Fotoklischees aus dem weiten Netz, die ich auf die Schnelle gefunden habe:

  • Bekannte Sehenswürdigkeiten fotografiert jeder
  • Nicht schon wieder ein Sonnen- Aufgang/Untergang
  • Farbe zählt, B/W ist out
  • Klischeehafte Motive meiden, wie Blumen, Katzen, Hunde
  • Je mehr Pixel der Sensor hat, desto besser
  • Nur Vollformat-Systeme sind das wahre

Ist dem wirklich so?

Bei mir kommen einige Faktoren zusammen, die die Art meines Fotogafierens beeinflussen:

  • Technisches Interesse
  • Neugierde Neues zu entdecken, etwas abseits der eingefahrenen Wege machen
  • Vieles selber machen (DIY-Typ)
  • Altes, Vergangenes muss nicht schlecht sein
  • Abneigung gegen Marketinggeschrei
  • Spaß an der Sache
  • Querkopf
  • Gerne von anderen anregen lassen
  • Von Profies und alten Meistern lernen
  • Manchmal Sturkopf (Großeltern kamen z.T aus Masuren)
  • Hartnäckigkeit, geht ein Weg nicht, nach einen anderen suchen
  • Geht nicht, gibt es nicht

Die Summe von allem, produziert die Bilder, wie sie in diesem Blog gezeigt werden. Einen typischen bernhardschen Fotostil kann ich bei mir nicht erkennen, das können sowieso nur Außenstehende beurteilen.

Typisch für mich als Amateurphotograph wäre aus meiner Sicht:

  • Verwendet überwiegend alte Objektive
  • Adaptiert Unmögliches vor den Fotosensor
  • Besitzt viel zu viele Fotosysteme
  • Ist der aktuellen Fototechnik einige Generationen hinterher
  • Verzettelt sich in zu vielen Fotostilen (Freistellen, Bokeh, Unperfekte Bilder, …)

Lange Rede philosophischer Sinn oder Unsinn 🙂

Der Zweck des Artikels soll der sein, dass man sich die Frage stellet, warum mache ich überhaupt Fotos macht und zu welchen Zweck, was treibt mich in der Fotografie an.

In diesem Sinne bin ich auf Eure Antworten und Anregungen gespannt.

Euer

Bernhard

13 Anmerkungen zu ““Das tut man doch nicht””

  1. Lieber Bernhard,
    egal was und wie andere Fotos machen oder welche Kamera, der Spass daran , gerade den Moment auf zunehmen und es noch mal zu sehen ist mein Hobby. Hobby bedeutet für mich ja kein strenges igrendwas nach zu jagen wie das Foto soll aussehen.
    Das was ich empfinde sich widerspiegelt und einzufnagen vielleicht. Manchmal sehe ich was darauf nach der Bearbeitung was mich überrascht und erfreut.
    Glücksmomente und wenn wie du so experimentiert und seine Freude daran hat soll er es tun. Ich mache es mit meinen gemalten Bilder die ich abfotografiere und da kommt es auch darauf an welcher Winkel , welcher Lichteinfall wie ich es mag.
    Du hast es gut geschrieben und hab Spass an dein Hobby!
    Lieben Gruss Elke

    1. Liebe Elke,

      stimmt, den Spaß sollten wir nie vergessen und immer haben, ansonsten wird es Stress und ist kein Hobby mehr 🙂

      Noch habe ich den Spaß an der Ausprobiererei von verschiedenen Optiken 😀

      LG Bernhard

  2. Manchmal sagt ein Bild auch mehr als tausend Worte.
    Manchmal zeigt es den eigenen speziellen Blick auf etwas, manchmal will es aber auch anderen etwas mitTEILEN.
    Doch immer ist es die Liebe zur Abbildung, bzw. Kreativität, die es entstehen läßt.

    Da könnte man jetzt stundenlang referieren 😬, aber wer wollte das lesen? Ich nicht! 🤭😁
    Besser nur häppchenweise, gell, zu mehr sind Kommentare ja auch eigentlich nicht gedacht, ich halte mich an die Netiquette.😉😊

    Liebgruß,
    Tiger
    🐯

    1. Liebe Rita,

      sehe ich genau so. Kommentare sind immer einzelne spontane Gedanken von mir zu einer Sache :-9

      LG Bernhard

  3. Hallo Bernhard,

    was ist denn cooler als Fotos? Damit halten wir unsere Erinnerungen und schöne Momente fest, die wir nicht vergessen wollen.

    Liebe Grüße, Gerd

  4. Auch wenn ich mein Heil in der Hundefotografie gefunden habe, bin ich nicht darauf festgenagelt. Aber die Fotosucht ist die einzige, die mich so richtig im Griff hat. Wobei ich da wohl eher auf der Cannabisseite (oder erst Nikotin) bin und noch nicht am Koks hänge. Aber wie schon mehrfach gesagt, bewundere ich Deine Glaserei, obwohl manchmal auch Plaste und Elaste und Deine Ausdauer, Unmögliches möglich zu adaptieren. Irgendwie taucht der Eintrag vom 19.07.2019 jetzt oben auf und die Seite sieht anders aus.
    Na ja, lg aus dem verspäteten Westfalen
    Michael

    1. Hallo Michael,

      ja, die Seite hat ein neues Layout (Tapetenwechsel war angesagt). Dass der Beitrag von 2019 nun oben steht ist so gewollt. 🙂

      Und vielen Dank für Dein Lob für meine Glaserei 🙂

      LG Bernhard aus dem glasigen Neckartal

  5. Ich finde mich gerade wieder 🙂 – vor allem in den Faktoren, die Dein Fotografieren beeinflussen. “Alle sagten: “Das geht nicht.” Dann kam einer , der das nicht wusste und es einfach getan.” Was andere sagen muss nicht immer stimmen – daher nicht glauben, einfach mal ausprobieren. Ich glaube viele würden überrascht sein, was sie alles herausfinden würden, wenn sie sich nicht streng an die vorgegebenen Wege halten würde 😉

    Nun hat nicht jeder so viele Linsen und Kameras zum Testen wie Du, aber im kleinen kann jeder “Versuche” machen …

    In diesem Sinne einen versuchsreichen Tag!

    Herzliche Grüße
    Birgit

    1. Liebe Birgit,

      Dein Kommentar hat mich sehr gefreut. Das mit den vielen Objektiven und Kameras kann man auch als Sucht ansehen, die sogenannte Altglassucht.

      LG Bernhard

  6. Lieber Bernhard,
    Deinem Fazit stimme ich voll und ganz zu.
    Diese Fragen sollte man sich immer wieder mal stellen, denn vieles ändert sich ja….
    angenehmen Mittwoch
    moni

    1. Liebe moni,

      vielen Dank für Deine Rückmeldung. Aber sich immer zu hinterfragen, weil es Änderungen gibt, ist auch nicht zielführend. Eine gewisse Konstanz benötigt jeder Mensch.

      LG Bernhard

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