In welchem Format nehmt Ihr Eure Bilder auf: In JPG oder RAW oder beides?

Wer stand nicht schon vor der Qual der Wahl, mit welchem Bildformat er seine Bilder aufnehmen soll. Mir ging es nicht anders, ich fing mit JPG (höchste Auflösung) an und bin dann nach ca. 2,5 Jahren auf JPG und RAW umgestiegen.

RAW hat natürlich den Vorteil, dass man in der digitalen Dunkelkammer viel mehr Informationen für die nachträgliche Bildbearbeitung zur Verfügung hat. Das RAW Format hat aber auch seinen Preis, es ist die Dateigröße. Bei der SONY A7r oder Sigma SD quattro können das schon mal über 50 MB pro Bild sein.

Mit 20 Bildern hat man da schon ein GigaByte voll. 😯

Ein weitere Nachteil von RAW ist, jeder Hersteller hat sein eigenes Format. Wie sieht es da mit der Langzeitarchivierung aus? Eine Frage die ich mir noch nicht beantworten konnte. Mit einer ersten Kamera bin ich aber schon in diese Problematik hineingeraten.

Es ist die Kodak x530, die allererste Kamera auf den Markt mit Foveon Sensor. Mit der neuesten SIGMA Photo Pro Software lassen sich die Bilddateien nicht mehr öffnen und bearbeiten. Ich behelfe mir mit einer älteren SPP Version, aber wie lange sind diese noch lauffähig?

Die RAW-Files des Samsung NX mini lassen sich z.B. unter darktable nicht öffen, sehr wohl unter RawTherapee. Ich behelfe mich damit, dass ich in RawTherapee das RAW File öffne und dann als TIFF16 zur Weiterverarbeitung abspreichere.

TIFF16 ist ein genormtes Format, was sicherlich noch länger unterstützt wird, da viele rechtsverbindliche Dokumente in diesem Format gescannt werden und anschließen langzeitarchiviert werden.

Der riesige Nachteil ist, dass TIFF16 Bilddateien leicht eine Größe von 150-200MB pro Bild erreichen können. Ups, was nun? Nur ausgewählte Bilder langzeitarchivieren? Wie treffe ich meine Auswahl, ohne dass ich das später bereuen werde?

Momentan sieht meine Lösung der Archivierung so aus:

  • Alle Bilder werden in JPG und RAW abgespeichert
  • Keine Fotoverwaltungssoftware, denn diese haben oft Ihre eigene Datenbank (Abhängigkeit!)
  • Sicherheitskopien auf eine externe Festplatte ca. 1 mal pro Jahr
  • Alle Bilder sind auf einen NAS-Server gespiegelt
  • Ich durchforste gerade meine zig tausend Bilder und lösche viele Doubletten. Ihr profitiert gerade davon, wenn ich immer wieder eines davon hier veröffentliche

So weit meine Gedanken zu diesem komplexen Thema. Mich würde es brennend interessieren, wie Ihr damit umgeht. Ich hoffe auf eine angeregte aber faire Diskussion.

 

 

11 Antworten auf „In welchem Format nehmt Ihr Eure Bilder auf: In JPG oder RAW oder beides?“

  1. Moin Bernhard,
    ich nehm in jpg und raw auf. Dann nehm ich die SD-Karte und importiere die Bilder in Apple Fotos, wo beide Dateien abgespeichert werden. Die jpg´s werden dann über die iCloud auf alle anderen Rechner und Handys, die gerade im Standby sind weiterverteilt.
    Da ich mich für Adobe Photoshop bei der Volkshochschule angemeldet habe, weiß ich nicht, ob ich bei der Creative Cloud anmelden soll oder nicht. Wo speichere ich dann die Fotos. Bei Adobe und auf der Festplatte? Oder nur in der Cloud? Was ist, wenn ich für Adobe nicht mehr genug Geld habe?

    LG Gerhard

    1. Lieber Gerhard,

      vielen Dank für Deine Rückmeldung. Du hast ein nicht unwesentliches Problemfeld angesprochen:
      – Wo sind meine Daten tatsächlich gespeichert?
      – Wer hat Zugriff darauf?
      – Was ist wenn der Betreiber nicht mehr will, pleite ist oder ich nicht mehr meine Gebühren bezahle?

      Als Informatiker und in der IT tätig, versuche ich möglichst die Kontrolle über meine Daten zu haben. Das funktioniert nicht immer. z.B. ist mein NAS-Server mit einer Cloud verbunden (DNS-Server steht bei diesem).

      LG Bernhard

    2. Ich speichere meine Fotos als RAW auf einem NAS-Server – Cloud irgendwo, wo meist andere mehr Kontrolle haben als ich kommt gar nicht in Frage. JPGs werden nur zum Hochladen im Netz oder Entwickeln erstellt.

      Wenn man CC für Fotografen hat wird man um die Creative Cloud nicht drumherum kommen – die telefoniert nämlich regelmäßig mit @home … ansonsten funzen LR und PS nicht – einmal im Monat brauchen die Kontakt.

      Affinity kann PSD Dateien lesen. Anstelle von Lightroom gibt es Darktable. Es gibt auch Luminar – Luminar und Affinity zahlt man nur einmal.

      Kommt Zeit kommt Lösung. Ein jährliches Abo bei Adobe mit allen Updates bekommt man schon für 85 Euro. Die Leute, die das entwickeln und wollen auch ihre Familien ernähren. Immer nur billig geht auf Dauer nicht. Im Gegensatz zu Photoshop und Lightroom vor 6 Jahren ist es doch recht günstig geworden.

      Herzliche Grüße
      Birgit

    1. Hallo Birgit,

      vielen Dank für Deine Anmerkung.

      DNG ist kein offener Standard, sonder Adobe hat da den Finger drauf. Wo wir wieder beim Problem der Abhänigkeit wären.

      LG Bernhard

  2. Wenn ich Clouds vermeiden wollte, bräuchte ich 4 NAS-Server, die sich übers Internet aynchronisieren. Das zu administrieren traue ich mir nicht zu. … oder ein VPN-Netz mit einem zentralen Server ….

    1. Hallo Gerhard,

      ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum Du genau 4 NAS-Server benötigen würdest. Kannst Du das näher erläutern?

      Oder meinst Du RAID 4 Level?

      LG Bernhard

  3. Ich speichere meine Bilder in RAW und JPG ab und zwar lokal, in meinem einfachst-NAS (externe Festplatte an der Fritzbox) und auf einer zusätzlichen externen Festplatte, die bei mir im Büro liegt. Das Ganze gleiche ich hin und wieder händisch ab. Oldschool…

    Sollten meine Sony .ARW Files (noch gibt es mit denen der alten Alpha 330 keine Probleme) mal nicht mehr unterstützt werden, hab ich ein Problem. Aber die wichtigen Bilder werde ich bis dahin bestimmt in JPG oder vielleicht TIF entwickelt haben.

    Einige Bilder stehen natürlich auch in der Cloud, weil ich nichtöffentliche Google-Alben verwende, um bestimmte Bilder in der weit verstreuten Familie zu teilen (Google liest natürlich mit, ist aber so schön einfach…)

    Gruß Hias

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